Vier Wochen Berlin

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Vor einer Woche bin ich aus Berlin zurückgekommen, nachdem ich dort in einem vierwöchigen Praktikum an einer iOS App gebaut habe. tl;dr: Es war großartig.

Wohnen

Für diese Zeit sucht man sich natürlich eine Unterkunft, die etwas günstiger komfortabler ist, als ein Bett im Hostel.

Auf einem WG-Portal fand ich ein Zimmer im Südosten von Friedrichshain, dessen Bewohnerin für die Zeit meines Praktikums einen Zwischenmieter suchte.

Trotz der etwas spärlichen Einrichtung (no offense, aber ich sitze auch nach der Arbeit gelegentlich lieber auf einer Couch oder einem Stuhl als auf dem Fouton) war ich insgesamt sehr zufrieden mit der Wohnung.

Die Zwischenmieter im Nachbarzimmer waren vor einem Monat aus Argentinien eingereist, weil ihnen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage anscheinend zu brenzlig wurde, was dementsprechd Gesprächsstoff bot.

Würde ich dauerhaft in Berlin wohnen, wäre die Lage nicht meine erste Wahl: Das liegt vor allem daran, dass mein Zimmer im Vorderhaus lag und die Fenster auf der Straßenseite lagen. Dementsprechend weckten mich spät nachts oder früh morgens öfters lärmende 16-Jährige auf dem Weg vom Ostkreuz zu ihren Hostels. Eine Wohnung zum Innehof wäre sicherlich ruhiger.

Friedrichshain und Kreuzberg haben es mir angetan, wobei vor allem die Konzentration an Einzelhandel und individuell betriebenen Restaurants / Imbissen diesen Charme ausmacht – es erinnert mich etwas an Italien, wo die großen Ketten oft (noch?) keinen Fuß gefasst haben.

Da das Büro und meine Wohnung nur knapp vier Kilometer auseinanderlagen, war es für mich klar, dass ein (Leih-)Fahrrad alternativlos™ sein würde: Schneller, flexibler, günstiger – und außerdem der perfekte Weg, die weiter entfernten Stadtteile am Wochenende zu erkunden.

Nachdem ich im Fahrradladen gegenüber ein funktionales Gefährt für 40 Euro / Monat gefunden hatte, suchte ich mir die nächsten Tage den optimalen Weg zur Arbeit, wobei ich den Norden Kreuzbergs und Alt-Treptows erkundete. Ich bin immer noch etwas erstaunt, wie schnell sich die vielen Straßen und Routen eingeprägt haben…

Alltag

Glücklicherweise begann die Arbeit erst gegen 10:30 Uhr – ein Segen für Menschen wie mich.

Trotzdem: Nachdem ich in den Monaten nach dem Abi quasi keinen geregelten Tagesablauf mehr hatte, war die Arbeit beim Pratkium eine relativ radikale Umstellung – es ist nicht so, als ob ich die vergangenen Monate tagelang nichts gemacht hätte, aber acht Stunden am Tag kontinuierlich und konzentriert an Apps arbeiten ist schon etwas anderes als mein freelance-artiger Job.

Da ich gerade in der ersten Woche ein Modul in einem Bereich entwickelte, mit dem ich schon etwas Erfahrung hatte, konnte ich schnell ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen, war jedoch nach fünf Tagen mental etwas ausgelaugt.

Insofern kam das Wochenende gerade recht und ich machte eine ausgedehnte Fahrradtour durch die Stadt.

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Die Arbeit im Team war genau das, was ich mir vom Praktikum versprochen hatte. Das Projekt, an dem wir arbeiteten, war gefühlt zehn mal größer als alles, woran ich bisher gebaut habe und ausgezeichnet engineered (was ist das deutsche Wort hierfür? aufgebaut?).

Die Kollegen waren alle freundlich und hilfsbereit. Das Projektmanagement war genau richtig dosiert (nämlich nur so viel wie nötig), der Entwicklungsprozess zum richten Grad organisiert und von Tests unterstützt: Ich habe zum ersten Mal mehrere Komponenten fast ausschließlich gegen meine Tests entwickelt. Ein großartiges Gefühl.

Ich bin besonders dankbar für den Freiraum und die vielen coolen Aufgaben, die ich hatte. Danke für das Vertrauen – hoffentlich handele ich genauso, wenn ich mal in einer solchen Situation bin ;)

(What) TODO in Berlin

Zugegeben: Ich war die erste Woche ziemlich erschlagen. Das erste Mal alleine für längere Zeit von zu Hause weg sein, Arbeiten, Einkaufen, Waschen, … das ist schon etwas viel, wenn alles auf einen Schlag kommt. Aber das passiert wohl jedem irgendwann.

Nach ca. 1,5 Wochen hatte ich mich dann etwas an alles gewöhnt und unternahm abends auch mal etwas fernab von Serienbingewatching.

Da wären zum Beispiel die leider viel zu seltenen Besuche im CCCB: Ein paar Gesichter kannte ich bereits von anderen Clubveranstaltungen, ein paar Stimmen aus diversen Podcasts – und so war es schon cool, @denis2342 mal live vadern zu hören – danke übrigens an ihn für den FreeBSD Support ;)

Zwischendurch stand dann natürlich das Stevewatching im Büro an.

Auch das Cocoaheads Meetup war interessant, ich habe es aber leider verpeilt, mich bei Chris Eidhof für die Arbeit an objc.io zu bedanken – der war nämlich auch da.

Eigentlich wollte ich auch noch in die c-base, dafür war aber keine Zeit mehr: Gerade in der letzten Woche bin ich mit den Meetups warm geworden, aber dann war die Zeit in Berlin auch schon vorbei.

Danke und auf Wiedersehen

Danke an euch alle, besonders an die Leute bei der Arbeit: Dafür, dass ihr mich immer gleichberechtigt behandelt habt, dass ihr mich so gut integriert habt, für die Zeit, die ihr euch für mich genommen habt, und und und…

Ich hatte eine wunderbare Zeit in Berlin und freue mich drauf, euch irgendwann wieder zu sehen!

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40 Tage

Ich war weg. Die letzten 40 Tage.

Nach dem Abi packten sechs Gestalten – darunter meine Wenigkeit – ihre Taschen in einen Multivan und stopften danach Gaskocher, Tische, Campingstühle, Matten, Handtücher und vieles mehr oben drauf.

Mit ca. 3,2 Tonnen Achslast brachen wir dann auf in die Ferne: Unser Roadtrip durch (West-)Europa hatte begonnen.

Die Route kurz zusammengefasst: Zu Hause, Amsterdam, Normandie, Loire, Bordeaux, Nordspanien, Portugal (→ Porto und Lissabon), Gibraltar, Granada, Andorra, Carcassonne, Avignon, Nizza, Korsika (Île-Rousse, Corte, Bastia), Livorno, Rom, Florenz, Pisa, Mailand, Chur und zurück nach Hause.

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Das klingt jetzt vielleicht nach einer Städtetour, aber eigentlich war eher das Gegenteil der Fall: Die meiste Zeit haben wir im Auto und auf diversen Campingplätzen verbracht.

Für mich als Camping-Newbie war das eine neue Erfahrung und ich bin begeistert: Sobald man sich von dem Drang nach vollständiger Sauberkeit des Schlafplatzes, des Geschirrs – na gut, eigentlich so ziemlich allem – löst, ist Camping einfach sehr entspannt.

Da wir nur wenig Lampen dabei hatten, verlagerte sich der Schlaf-Wach-Rhythmus auch sehr schnell in Richtung Tag-Nacht, was mein Schlafdefizit der Wochen davor schnell kompensierte. Es sei vielleicht angemerkt, dass es ratsam sein kann, Ohrenstöpsel mitzunehmen – je nachdem, in welcher Umgebung der Campingplatz liegt (und wie weit man seinen Nachbarn vertraut).

Ganz unerwähnt sollen die Autofahrten aber nicht bleiben: Wir mieden zumeist die Maut-Strecken, was teilweise zu erheblichen Umwegen führte und gerade in Italien auch durchaus mal Unwohlsein hervorrief.

Die langen Fahrzeiten (jedes mal mindestens 4,5 h) wurden neben Diskussionen über den Streckenverlauf mit Serien und Musik gefüllt, wofür man natürlich Strom braucht. Und da die Akkus teilweise recht schwach waren, wurde mit einem 12V auf 230V Spannungswandler nachgeholfen. In Spanien brannten uns dann zwischendurch einmal alle Sicherungen der Steckdosen durch, bis wir entdeckten, dass der Mini-Kühlschrank einen zweiten Lüfter hat und diesen nur ungern mit Kissen bedeckt weiß.

Für die zu Hause verbliebenen Freunde und Verwandten hatte ich vor der Abfahrt ein (B)Log eingerichtet, in dem wir unsere Reise im Stil eines echten Logbuchs dokumentierten. Mit mehr als 7300 Wörtern und zahlreichen Bildern ist uns das auch gelungen, und wir konnten manuelles Gebroadcaste über Telefon / Messages weitestgehend vermeiden.

An dieser Stelle plugge ich einmal MarsEdit, das – trotz des dringenden Bedarfs nach Modernisierung in einigen Bereichen – mit seinem Offline-Editing äußerst hilfreich war.

Natürlich bedarf es zum Publishing irgendwann trotzdem einer Internetverbindung. Hierzu ist mein Eindruck: Indie-Campingplätze sind neben netteren Menschen auch mit Blick auf ordentliches WLAN (ohne craptive Portal) meist deutlich besser aufgestellt.

Woran es natürlich auch nicht mangeln sollte war Verpflegung: Bis auf drei Mal Ravioli und ein paar Bohnen gab es tatsächlich keine Dosenprodukte. Beliebt war vor allem das Bratgemüse, von dessen Zubereitung wir einige Instagram-taugliche Bilder gemacht haben. Kaffee wurde übrigens stilecht mit der AeroPress zubereitet.

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Letztlich sollte man auch ein paar Worte über unsere Verpeilung verlieren: Wir kamen normalerweise erst um 13:00 Uhr vom Zeltplatz weg und mussten dann meist noch einkaufen, was dazu führte, dass wir erst spät abends am nächsten Campingplatz ankamen. So machten wir zumeist Bekanntschaft mit den Nachtwächtern und lernten, die Zelte im Dunkel aufzubauen.

Einige Male fanden wir jedoch schlicht keine Unterkunft: Während wir in der Normandie von der Betreiberin einer Jîte (Hütte / Ferienwohung) die Erlaubnis bekamen, auf der Wiese zu campen, hatten wir im Süden gleich zwei Mal das Vergnügen, im Auto bzw. davor zu schlafen. Kann man mal für eine Nacht machen, ist mit einem permanent bellenden und angsteinflößenden Hund in der Nähe jedoch nicht besonders erholsam.

Impressionen

Ein Highlight war sicherlich die Dune du Pilat (eine Wanderdüne bei Bordeaux), auf der wir den Sonnenuntergang genossen.

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Im Rahmen der Fahrt war ich auch das erste Mal in Portugal: Porto sollte man unbedingt mal gesehen haben, doch auch die dahinter gelegene Weinregion Douro ist wunderschön.

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Doch auch im Süden gab es einige schöne Ecken:

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Auf Korsika war ich vorher auch noch nicht: Trotz der horrenden Lebensmittelpreise ist die Insel eine unbedingte Empfehlung. Wenn ich dort noch einmal hinfahre, nehme ich sicherlich mein Mountain-Bike mit.

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(Diese Highlights sollen den Rest des Trips nicht abwerten! Mir fällt spontan kein Ort ein, um den man einen großen Bogen machen sollte.)

Fazit

Mir fällt es schwer, die vielen Eindrücke geordnet wiederzugeben – ich hoffe, das stört nicht zu sehr beim Lesen. In den letzten sechs Wochen habe ich unglaublich viel gesehen, war unglaublich lange im Auto und war unglaublich lange mit Freunden unterwegs, die ich seit der fünften Klasse kenne. Bis auf kleine Meinungsverschiedenheiten und gelegentlich angespannten Situationen, wie sie nun einmal vorkommen, wenn man einen Haushalt managen muss, hat alles perfekt funktioniert. Ich bin mehr als zufrieden!

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Berlin

Ich war vergangenes Wochenende auf Kursfahrt Exkursion in Berlin und möchte ein paar Eindrücke festhalten.

Die Landesvertretung RLP hat eine außerordentlich gute Küche. Schülergruppen können an einer (afaik) kostenlosen Führung teilnehmen und bei Bedarf für lächerliche 5,50 € ein umfangreiches Mittagessen dazubuchen. Hier ein zugegebenermaßen eher schlechtes Bild von König Kurts Keller.

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Das Deutsche Historische Museum ist einen Besuch wert. Sicher für die breite Masse gemacht, aber zahlreiche Ausstellungsstücke und eine gut durchdachte Wegführung fassen mehr als 2000 Jahre gut zusammen.

Das DDR-Museum war ‘zum Anfassen’ und gefüllt mit kleinen Kindern. Nicht zu empfehlen.

Das All-In-Hostel ist zweckgerecht.

Döner hängt mir jetzt endgültig zum Hals raus.

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Fliegen

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Vor einigen Monaten wurde mir ein Gutschein mit dem Titel Pilot für einen Tag geschenkt. Heute habe ich ihn eingelöst.

Nach einer Stunde Einweisung / Theorie über Grundlagen des Fliegens (verschiedene Ruder, Luftstrom am Flügel, Strömungsabriss, etc), Flughöhen, Flugverbotszonen und Rettunssysteme ging es auch schon in das Ultraleichtflugzeug auf dem obigen Bild.

Der Fluglehrer saß die ganze Zeit daneben, hat sich aber vor allem um den Funkverkehr gekümmert – Start, Navigation, Flug und Landung lagen bei mir.

Es war großartig.

 

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