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31C3 CCH outside view
[Foto: CC-BY 2.0 Robert]

After all the years I could not go because of limited travelling and legal capabilities (minors can’t rent hotel rooms, etc.), things worked out in 2014: I went to the Chaos Communication Congress for the first time.

What a great event, so many great talks. So much Mate. So little sleep. So cool projects. So impressive people.

What stands out in the aftermath of (re)watching some of the talks.

You will find a bullet in my head before finding a back door in Tor.

These words sound pathetic, but you could clearly feel that Jacob Applebaum is dead-serious about it.Watch the talk State of the Onion.

Furthermore:

A new dawn is breaking. And if we move on with the momentum I felt during Congress, the sun might never set.

Happy 2015, everyone!

2014 und das ist alles?

Ich hatte in letzter Zeit etwas zusammenhängende Lek- und Videotüre.

Ego

Angefangen hat es mit einem Eintrag in meiner Leseliste: Frank Schirrmachers Ego fand sich dort schon seit dem Erscheinen der Folge von Alternativlos, in der Autor zu Gast war. Der Tod des ehemaligen Chefredakteurs der FAZ versetzte mir den nötigen Impuls, Ego endlich zu lesen.

Schirrmacher beschäftigt sich mit der Spieltheorie – ein im Kalten Krieg entwickeltes Konzept, das auf purem Egoismus basiert und unseren Alltag, Denken und Handeln beeinflusst sowie Schritt für Schritt bestimmt.

Der Kontext der Finanzkrise seit 2008 ist klar erkennbar – das Buch beschreibt die Implementierung der Spieltheorie in der Finanzwelt und darauf folgend in der modernen Informations- und Werbeindustrie.
Der Autor beendet sein Werk mit einem Pamphlet über den Ausbruch aus einer von egoistischen Agenten (Algorithmen) bestimmten Welt.

Ich bin mir nicht sicher, was ich vom Gesamtbild Frank Schirrmacher halten soll – mit Ego trifft er meine Meinung jedoch ziemlich auf den Punkt. Nochmals sollte der Auftritt in Alternativlos erwähnt werden: Schirrmacher beweist Sachkompetenz und steht hinter den im Buch festgehaltenen Forderungen.

We Lost the War

Nachfolgend stöberte ich in meinem Link-Archiv und fand den Talk “We Lost the War” (22C3) von Frank Rieger und Rop Gonggrijp.

Neben den heute allgegenwärtigen Repressalien aus netzpolitischer Sicht werden auch weiter weltpolitisch bedeutsame Änderungen erwähnt: Energiekrise, Klimawandel, Hunger, Demografischer Wandel, Flüchtingsströme (“Einwanderungsdruck”) sowie steigende Arbeitslosigkeit.

Zweitausendfünf – das ist (für mich) lange her. Ich habe den Talk mittlerweile mehrfach gesehen und bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt, welche Voraussicht bereits zu dieser Zeit vorhanden war.

Arbeitsfrei

Besonders die Utopie Vollbeschäftigung brachte mich wieder zurück zu einem weiteren Eintrag in meiner Leseliste: Arbeitsfrei von Constanze Kurz und abermals Frank Rieger beschäftigt sich mit den Auswirkungen der fortschreitenden Automatisierung, Verdatung und Digitalisierung der Wirtschaft sowie der Menschen im Einzelnen als auch der Gesellschaft als Ganzem.

Wie auch schon Datenfresser kann man Arbeitsfrei nahezu jedem in die Hand geben, der halbwegs komplexe Zusammenhänge in Beziehung setzen kann – Fachwissen ist zum Verständnis der Aussage der Autoren nicht nötig.

So nähert man sich im ersten Teil des Buchs Schritt für Schritt dem heutigen Stand der Automatisierung an – anhand des Entstehungsprozesses eines Brotes. Sehr anschaulich, alltagstauglich und doch deckt der Produktionsprozess einen guten Teil der (klassischen) deutschen Wirtschaft ab.

Nachdem man vom Bauernhof über Mähdräscherproduktion und moderne Großmühlen bis zur Transportlogistik von heute geführt wird, gehen die Autoren anschließend auf die Zukunft der Arbeit ein: Selbstfahrende Autos, Roboter und Drohnen sind einige der angesprochenen Thehmen. Gegen Ende der Kapitel wird immer wieder resümiert, welche gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen durch die Automatisierung im jeweiligen Teilbereich zu erwarten sind.

Grundtenor: Arbeit, die von Maschinen erledigt werden kann, sollte und wird in absehbarer Zeit von Maschinen erledigt werden.

So gipfelt man schließlich in einer Kritik am heutigen Bildungssystem: Absolventen werden “auf ihre Ersetzbarkeit hin” trainiert. Arbeitsfrei stellt die Frage danach, wie unsere Gesellschaft damit umgehen soll, dass im Zweifelsfall eher früher als später nicht mehr genug Arbeit vorhanden sein wird, um beispielsweise unser Sozialsystem, das im Moment großteils auf Steuern auf bzw. Renten aus Erwerbsarbeit basiert, zu erhalten.

Fazit

Wenn es nicht schon vorher der Fall war, so erhöht sich die Frustration mit Blick auf das politische Geschehen in Deutschland mit jeder Minute, die man sich mit den oben genannten Publikationen beschäftigt.

Politikverdrossenheit ist nicht erst seit dem selbst eingeschlagenen Weg der Piratenpartei in Richtung Bedeutungslosigkeit ein Thema – und doch sind meine Gedanken dazu oft unstrukturiert, undeutlich, diffus.

Es lässt sich oft schwer in Worte fassen, wenn man gefragt wird, was denn an der Politik, die wir Tag für Tag erleben ertragen, so stört. Für mich ist es die offensichtlich bewusste Verdrängung, das absichtliche Totschweigen und Verschieben der Themen, die ich eingangs angesprochen habe. Wir erleben, wie gewisse PolitikerInnen ohne irgendetwas zu versprechen, ohne eine Vision, ohne auch nur das kleinste Bisschen Programm mehrere Legislaturperioden im Bundestag sitzen und dieses Land langsam aber sicher gegen die Wand fahren.

Umso trauriger ist es, dass sich mit einigen der nunmehr Ex-Piraten Menschen aus diesem System verabschieden zurückziehen, die es richtig gemacht oder gemeint haben.

GPN ’14

GPN Draufsicht
Foto: CC-BY 3.0 »Florian Köhler, cheatha.de«

Ich war letztes Wochenende zum ersten Mal auf der GPN und damit auch zum ersten Mal auf einer dieser Chaosveranstaltungen.

Die anfängliche LAN-Party-Atmosphäre am Donnerstagnachmittag verflog recht schnell als die ersten Vorträge losgingen. Besonders gefallen hat mir hierbei @tantes Vortrag zum Thema Code is LawAll your secrets belong to me und der Talk zum Thema Raumstationen.

Am Freitag habe ich mich dann mit Python beschäftigt. Nicht ganz unschuldig daran waren meine Sitznachbarn aus Stuttgart(?), die das schon seit mehr als zehn Jahren machen und mir ihr Projekt entchen vorstellten, einen mit twisted realisierten IRC bot.

Nachmittags kündigten dann die Squareroots das Capture-the-Flag-Spiel an – ein Challenge-basierter Hacking-Contest. Dieser fraß einiges an Zeit über die nächsten 30 Stunden, allerdings habe ich noch nie so viel in so kurzer Zeit gelernt. Vor allem XSS war für mich in der Praxis neu und hat einen Riesenspaß gemacht.

Einen großes Dankeschön an die Orga, Trolle und die Squareroots für ihr Engagement. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei!